Die Forschung mit Zellkulturen könnte Tierversuche endgültig ersetzten und bietet den Vorteil das nicht einmal Tiere speziell zu Forschungzwecken getötet werden müssen, in dem Teile von getöteten Tieren oder tierische Produkte zum Einsatz kommen. Es können Organe von Schlachthofabfällen verwendet werden. Die Organe werden außerhalb des Organismus mit bestimmten Lösungen durchströmt und erhalten so ihre Funktion noch über einen gewissen Zeitraum bei.
Prinzipiell können Zellen von Menschen und Tieren verwendet werden. Man unterscheidet primäre und permanente Zellkulturen. Primäre Zellen werden direkt aus dem Organismus gewonnen. Für die Gewinnung von Tierzellen werden die Tiere meist getötet. Um Kulturen menschlicher Zellen, z.B. von Leber, Haut, Knorpel oder Knochenmark, anzulegen, kann »Abfallmaterial«, das bei Operationen anfällt, verwendet werden. Die primären Zellen sterben nach einer gewissen Zeit ab, ihre Kultivierung ist also nur zeitlich begrenzt möglich.
Permanente Zellkulturen können sich dagegen unaufhörlich teilen und krebsartig wachsen. Sie sind praktisch unbegrenzt lebensfähig, d.h. bei ihrer Verwendung müssen keine weiteren Tiere getötet werden. Mittlerweile gibt es zahllose Zelllinien für die verschiedensten Fragestellungen. Mit so genannten Co-Kulturen verschiedener Zellarten lassen sich selbst komplexe Strukturen des menschlichen Körpers im Reagenzglas »nachbauen«. So ist es gelungen, die menschliche Haut mit ihren diversen Schichten verschiedener Zellen darzustellen. Sogar dreidimensionale Herz-, Leber- und Knorpelgewebe oder Blutgefäße können heute dank modernster Techniken im Labor nachgebildet werden. In diesem Sinne: Jedes Tier, das in einem Labor stirbt, ist eines zu viel. Doch ist auch jedes Tier, das vor einem schrecklichen Tod bewahrt wird, ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Selbstverständlich darf bei solch einer schrittweisen Entwicklung das Endziel nie aus den Augen verloren werden. Doch der Trend »weg vom Tierversuch« ist nicht mehr aufzuhalten. Echter Fortschritt bedeutet Forschung ohne Tierleid!
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Apr.6,2009